Die Katarakt-Operation: eine Erfolgsgeschichte

Seit 3.800 Jahren wird der Graue Star – die Katarakt – bereits behandelt. Heute mit äußerst geringer Belastung für den Patienten und in aller Regel schmerzlos.

Als Grauer Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse: Erst sieht der Betroffene noch wie durch einen Schleier, der dann aber immer dichter wird – bis hin zum vollständigen Verlust des Sehvermögens. Weltweit ist Grauer Star die häufigste Ursache für Blindheit. Rund 20 Millionen Menschen sind daran erblindet, 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Allerdings kann Grauer Star durch eine Operation geheilt werden.

Die Katarakt-Operation zählt heute zu den häufigsten Operationen überhaupt. Jahr für Jahr werden alleine in Deutschland etwa 700.000 Operationen wegen eines Grauen Stars vorgenommen. Bei der Staroperation wird die trübe Linse aus dem Auge operativ entfernt und heute in der Regel durch eine sogenannte Intraokularlinse aus Kunststoff ersetzt.

Erste Zeugnisse aus dem antiken Babylon

Die ersten Behandlungen des Grauen Stars lassen sich bis in die Zeit um 1.800 vor Christus zurückverfolgen. In einer alten Gesetzessammlung des antiken Babylon – dem Codex Hammurapi – heißt es: „Wenn ein Arzt mit dem Messer den ‘nakaptu’ (vermutlich die Hornhaut) öffnet und das Auge heilt, so soll er zehn Silberschekel erhalten.”

Vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit reisten sogenannten Starstecher von Stadt zu Stadt und behandelten beziehungsweise „heilten“ am Grauen Star erblindete Menschen, indem sie die Hornhaut mit einer Nadel durchstachen und die getrübte Linse in den Glaskörper des Auges drückten. Dadurch sollte wieder Licht ins Auge fallen und verschwommenes Sehen wieder möglich werden. Die Ergebnisse des groben Eingriffs waren jedoch häufig schlecht. Die Zahl der Entzündungen und der vollständigen Erblindungen nach der Behandlung waren sehr hoch.

Der Schritt in die Moderne

Der erste moderne Graue-Star-Eingriff gelang einem französischen Augenarzt namens Jaques Daviel Mitte des 18. Jahrhunderts. Er entfernte zum ersten Mal die Linse aus dem Auge. Die Überreste des Stars beseitigte er mit einem kleinen metallenen Hohlspatel, der auch heute noch unter dem Begriff Davielscher Löffel bekannt ist. Daviels Methode verbreitete sich und galt lange Zeit als Standard. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden mit der mikroinvasiven Chirurgie eine neue Operationstechnik entwickelt, bei der ein nur wenige Millimeter großer Schnitt einen schonenden Eingriff ermöglicht.

Heute wird bei der häufigsten Form der Staroperation, der Phakoemulsifikation, der getrübte Linsenkern mittels Ultraschall oder Laser zerkleinert, abgesaugt und schließlich durch eine künstliche Linse ersetzt. Diese Methode ermöglicht einen minimalen und vor allem schonenden Eingriff.

Tiefergehende Informationen zu Staroperation finden Sie HIER.

Einen Eindruck, wie ein Mensch mit Katarakt seine Umwelt wahrnimmt, bekommen Sie im Simulationsfilm der Woche des Sehens „So sehe ich – mit Katarakt“.

Voruntersuchung bei Kataraktoperationen. Die Vermessung des Auges verläuft schnell und berührungsfrei. Bildnachweis: BVA

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