Zahl der blinden und sehbehinderten Menschen weltweit gesunken

Laut neuen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB) sind weniger Menschen betroffen.

Im Oktober diesen Jahres veröffentlichten die WHO und die IAPB neue Ergebnisse, die einen Rückgang der Zahl der von Blindheit und Sehbehinderung betroffenen Menschen zeigen. Eine internationale Gruppe von Augenärzten und –optikern mit Erfahrung in der Augenepidemiologie – die so genannte „Vision Loss Expert Group“ (VLEG) – hatte die neuen Zahlen erhoben.

Ausgehend von einer Weltbevölkerung von 7,33 Milliarden Menschen im Jahr 2015 sind den Ergebnissen der VLEG zufolge 36 Millionen Menschen blind, was einem Rückgang von drei Millionen (7,7 Prozent) entspricht. Ein noch stärkerer Trend ist bei der Verbreitung von Sehbehinderungen zu erkennen. Aktuell haben 217 Millionen Menschen eine Sehbehinderung, was einen Rückgang von 29 Millionen beziehungsweise 11,8 Prozent bedeutet.

Insgesamt gibt es, laut der Untersuchung, somit aktuell 253 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen weltweit.

Katarakt bleibt die häufigste Ursache für Blindheit

Nach wie vor bleibt die Katarakt (Grauer Star) global die häufigste Ursache für Blindheit. Alleine 35 Prozent aller Erblindungen beruhen auf der Eintrübung der Augenlinse. Entsprechend zählt die Katarakt-OP zu den häufigsten Operationen überhaupt. Alleine in Deutschland werden jährlich 700.000 durchgeführt.

Die meisten von Blindheit und Sehbehinderung betroffenen Menschen leben jedoch in Asien. Gründe hierfür sind unter anderem die große Bevölkerungszahl und die weit verbreitete Armut. Generell leben 89 Prozent der blinden und sehbehinderten Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern.

Frauen und ältere Menschen häufiger betroffen

Die Untersuchung zeigt auch, dass vor allem Frauen und im Allgemeinen ältere Menschen eine Sehbehinderung haben oder blind sind. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind 50 Jahre oder älter. 55 Prozent der blinden und sehbehinderten Menschen sind Frauen. Dies hat, laut der Experten, vor allem zwei Gründe. Da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer, erkranken sie entsprechend häufiger an altersbedingten Augenerkrankungen (Katarakt, Makula-Degeneration). Außerdem werden Frauen in vielen Ländern aufgrund sozioökonomischer und kultureller Aspekte in Bezug auf den Zugang zu Augengesundheitsdiensten benachteiligt.

Die Zahlen werden wieder steigen

Trotz dem aktuellen Rückgang der Anzahl der von Blindheit und Sehbehinderung betroffenen Menschen weltweit, geht die VLEG von einer deutlichen Zunahme der absoluten Zahlen in der Zukunft aus. Das schnelle Bevölkerungswachstum und die höhere Lebenserwartung sind hierfür die Hauptgründe.

Die Experten halten es entsprechend für möglich, dass – obwohl der Prozentsatz der Betroffenen an der Gesamtbevölkerung sinkt – ihre Gesamtzahl aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung steigen wird. Für das Jahr 2020 halten sie eine Zahl von 38,5 Millionen blinden Menschen für möglich, 2050 könnten es dann bereits 115 Millionen sein.

Auch aus diesem Grund sind weitere Anstrengungen zur Vermeidung von Blindheit und Sehbehinderung dringend nötig.

--> HIER erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen Zahlen zu Blindheit und Sehbehinderung weltweit (englische Seite).

--> HIER gelangen Sie zum Fachartikel, der die Untersuchung der VLEG und ihre Ergebnisse beschreibt (englische Seite).

Ein kleines indisches Mädchen mit kurzen, schwarzen Haaren und einer Brille befindet sich auf dem Arm seiner Mutter. Das Mädchen blickt in die Kamera, der Blick der Mutter ist nach rechts gewandt.

In Asien ist die Anzahl der blinden und sehbehinderten Menschen am höchsten. Auch Kinder wie die kleine Sreelakshmi in Indien sind betroffen (hier mit ihrer Mutter nach der Katarakt-OP). Bildnachweis: CBM

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