Das Ziel im Blick – vermeidbare Blindheit weltweit überwinden

Konzentriert lauscht Hemedi dem Trommelgeräusch, das er mit den Fingern auf der Plastikflasche in seiner Hand erzeugt. Ein kleines Lächeln huscht über das Gesicht des Dreijährigen aus Tansania. Töne machen ihm große Freude – vor allem, weil er mit den Augen nicht mehr viel wahrnehmen kann: Hell und Dunkel, das ist alles, was Hemedi noch sieht.

Hemedi wir von seinem Vater Ramadhani auf dem Arm gehalten. Er trägt nach einer Operation eine Brille und lacht in die Kamera.
Hemedi auf dem Arm seines Vaters Ramadhani. Bildnachweis: CBM

„Meine Frau und ich sind Kleinbauern“, erzählt Hemedis Vater Ramadhani. „Wir besitzen ein Stück Land, auf dem wir Mais, Bohnen und Cashewnüsse anbauen.“ Das Einkommen reicht gerade, um die achtköpfige Familie zu versorgen. Jede zusätzliche Ausgabe ist ein Problem, ein Arztbesuch einfach nicht machbar.
In dieser Situation fand ein Gemeindehelfer den Jungen und seine Familie. Direkt beim ersten Treffen erkannte der Mann bei Hemedi die silbrig schimmernde Pupille – das Indiz für den Grauen Star.

Hemedis Schicksal ist kein Einzelfall: Wer arm ist und in einem Entwicklungsland lebt, kann sich häufig schon die ärztliche Untersuchung nicht leisten. Armut ist damit einer der Hauptgründe, warum Augenerkrankungen dort nicht rechtzeitig behandelt werden und Menschen erblinden.  

Dabei kann ein kleiner Eingriff oft Blindheit vermeiden. Auch Hemedi konnte relativ einfach geholfen werden: Der kleine Junge wurde an das von der Christoffel-Blindenmission (CBM) geförderte Kilimandscharo-Krankenhaus in Tansania gebracht und dort von CBM-Augenarzt Dr. Heiko Philippin untersucht. „Wir werden Hemedis Augen kostenlos operieren. Ich gehe davon aus, dass er danach gut sehen kann“, verkündete der Arzt anschließend. Unter Vollnarkose wurden Hemedis trübe Augenlinsen entfernt und gegen künstliche ausgetauscht. Bereits wenige Minuten später konnte sein Vater ihn wieder in die Arme schließen. Schon am nächsten Tag wurden die Verbände entfernt und Hemedi merkte schnell, dass die OP erfolgreich war: Der Dreijährige griff fasziniert nach den rosa Blüten im Garten der Klinik und war sichtbar begeistert von all den Farben um ihn herum.

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„Das Ziel im Blick – vermeidbare Blindheit weltweit überwinden“ heißt das Motto, unter dem das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) und die Christoffel-Blindenmission (CBM) in der Woche des Sehens gemeinsam über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Augenerkrankungen weltweit informieren. Beide Organisationen unterstützen in Entwicklungsländern Augenkrankenhäuser, mobile Kliniken und die Ausbildung von einheimischen Augenärzten. Denn neben der Armut vieler Betroffener ist auch die mangelnde augenmedizinische Versorgung mit dafür verantwortlich, dass in Entwicklungsländern viele Menschen erblinden.

VISION 2020 – Das Recht auf Augenlicht

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Weltweit sind 39 Millionen Menschen blind und 246 Millionen Menschen sehbehindert. Obwohl rund 80 Prozent aller Erblindungen und Sehbehinderungen vermieden oder geheilt werden könnten. Das Ziel der globalen Initiative VISION 2020 lautet daher: Vermeidbare und behandelbare Blindheit zu überwinden.

Erfahren Sie hier mehr zur weltweiten Kampagne.

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