Dokumentation 2012
Vorwort
Vom 8. bis 15. Oktober 2012 fand die elfte Woche des Sehens statt.
Sie ist eine seit 2002 etablierte bundesweite Aufklärungskampagne, die von sieben Partnern und Sponsoren ideell und finanziell getragen wird. Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den ärmsten Ländern der Welt aufmerksam zu machen.
Die vorliegende Dokumentation vermittelt einen Einblick in die Organisation der Woche des Sehens, berichtet über die Kampagne 2012 und stellt beispielhaft einige Veranstaltungen vor.
Die Auswertung der Pressearbeit zeigt den Erfolg der diesjährigen Aktionswoche. Rund 250 Aktionen bundesweit, eine vielfältige Berichterstattung in den Medien, ein Radiospot sowie umfangreiches Aktionsmaterial brachten einer breiten Öffentlichkeit die Themen der Woche des Sehens näher.
Für ihr Engagement danken wir besonders unserer Schirmherrin, der Fernsehjournalistin Gundula Gause, sowie unserem langjährigen Förderer Aktion Mensch und unserem Sponsor Carl Zeiss Meditec AG.
All denen, die sich für die Ziele der Projektwoche einsetzten, die vielfältigen Veranstaltungen organisierten und daran mitwirkten, möchten wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aussprechen, denn die Kampagne lebt von ihrem Engagement.
Carolina Barrera, Marion Körner und Patrick Taube (Projektkoordinatoren der Woche des Sehens)
Schirmherrin Gundula Gause
Zum vierten Mal in Folge war die Fernsehjournalistin die Schirmherrin der Aufklärungskampagne und stand unter anderem für ein Radiointerview zur Verfügung. Der Radiospot mit Frau Gause, der auf die Woche des Sehens aufmerksam machte, war auf 18 Sendern zu hören, wurde 22-mal ausgestrahlt und erreichte bundesweit mehr als 1,5 Millionen Hörer pro Stunde.
Gundula Gause begründete ihr Engagement im Interview wie folgt: „Ich mache das (die Schirmherrschaft) sehr gerne seit ein paar Jahren. Ich finde, das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan und wir müssen alles tun, um mögliche Krankheiten früh zu erkennen und dafür braucht es Aufklärung. Und da ich eine Nachrichtenfrau bin, die sich auch für Information engagiert, habe ich da gerne zugesagt und meine, das ist eine ganz wichtige Aufklärungskampagne, die wir mit der ‚Woche des Sehens‛ betreiben."
Zielsetzung und Schwerpunkte 2012
Wie in den vorangegangenen Jahren stand die Aufklärungskampagne unter dem Motto „Blindheit verstehen, Blindheit verhüten". Sie wies auf die beiden internationalen Aktionstage „Welttag des Sehens" und „Tag des weißen Stocks" der Vereinten Nationen hin.
Das Kampagnen-Thema 2012, „Wir sehen uns!", war eine Einladung an die breite Öffentlichkeit. Verbände, Ärzte, gesellschaftliche Gruppen und engagierte Menschen setzten sich gemeinsam für besseres Sehen, die Verhütung von Blindheit und mehr Verständnis für die Situation und Belange betroffener Menschen ein. Aus diesem Thema entwickelten Augenärzte, Selbsthilfeorganisationen und Hilfswerke die drei folgenden Schwerpunkte:
Wir sehen uns – lieber früher als später!
Die Möglichkeiten, Augenkrankheiten früh zu erkennen und dann wirksam zu behandeln, sind in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Immer häufiger gelingt es so, Erblindung zu vermeiden, obwohl die demographische Entwicklung eine Zunahme altersbedingter Augenkrankheiten mit sich bringt. Zahlen aus Dänemark belegen das: Erblindeten im Jahr 2000 noch 52,2 von 100.000 Menschen aufgrund einer Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD), waren es im Jahr 2010 nur noch 25,7. Doch nicht nur die Rate der Erblindungen durch AMD halbierte sich. Auch die Erblindungen, die auf andere Ursachen zurückgingen, konnten um 33 Prozent verringert werden.
Augenärzte können Blindheit immer häufiger verhüten. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Augenkrankheiten, die das Sehen bedrohen, möglichst früh erkannt werden. Das Glaukom (Grüner Star), die AMD und die diabetischen Netzhauterkrankungen sind heute in Deutschland die drei häufigsten Erblindungsursachen. Bei Früherkennungsuntersuchungen können Augenärzte diese Krankheiten schon erkennen, bevor das Sehvermögen des Betroffenen entscheidend beeinträchtigt wird. Dann sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung besonders gut.
Deshalb sagten Augenärzte und richteten sich dabei an alle Menschen ab 40 Jahren: „Wir sehen uns – lieber früher als später!" Das Thema der Woche des Sehens 2012 betraf aber auch schon die ganz Kleinen: Kinder sollten spätestens um den dritten Geburtstag herum zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung kommen, um sicherzustellen, dass sich das Sehvermögen optimal entwickelt.
Auch in diesem Jahr hielten Augenärzte bundesweit Vorträge, luden ein zu Informationsveranstaltungen und nahmen an Telefonaktionen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Medien teil, um klarzumachen, weshalb es nie zu früh ist, seine Augen untersuchen zu lassen.
Wir sehen uns – und gemeinsam sehen wir die Chancen!
In der Woche des Sehens 2012 zeigten die Organisationen der blinden und sehbehinderten Menschen, wie wichtig Beratung, Informationen und der Austausch unter Betroffenen sind, um die Auswirkungen einer Augenerkrankung zu verarbeiten. Das Angebot der Selbsthilfeorganisationen ist einzigartig, denn nur hier wird Betroffenen von Betroffenen geholfen. Patienten, die mit einer Augenerkrankung konfrontiert sind, treffen auf Menschen, die einmal in der gleichen Situation waren und deshalb ganz genau wissen, wie man sich nach einer solchen Diagnose fühlt.
Für viele Betroffene wird dieser Austausch zum Schlüsselerlebnis im wahrsten Sinne des Wortes, denn er öffnet Türen. Da sind zum einen die ganz realen Türen unserer Umgebung. Viele Augenpatienten gehen davon aus, dass mit dem Fortschreiten ihrer Erkrankung die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben endet, sie ziehen sich in ihre Wohnung zurück und brechen oft auch ihre sozialen Kontakte ab. Durch den Umgang mit sehbehinderten Menschen wird ihnen klar, dass die Welt da draußen zurückerobert werden kann. Die Netzwerke der Selbsthilfe beraten zudem ganz konkret in sozialen und rechtlichen Angelegenheiten.
Das Angebot der Selbsthilfe öffnet aber auch Türen im übertragenen Sinne. Häufig werden Lebensentwürfe durch die Diagnose einer Augenkrankheit völlig über den Haufen geworfen – die Situation erscheint ausweglos. Hier kann der Austausch mit anderen Betroffenen einen Weg aus der Krise zeigen und Impulse geben, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Die Woche des Sehens 2012 machte Mut, denn auch mit schwächer werdenden Augen kann man Chancen entdecken.
Tag des weißen Stocks
Seit 1969 findet jährlich am 15. Oktober der „Internationale Tag des weißen Stocks" der Vereinten Nationen statt. Der Gedenktag geht auf US-Präsident Lyndon B. Johnson zurück, der fünf Jahre zuvor, am 15. Oktober 1964, in einem symbolischen Akt weiße Langstöcke an blinde Menschen übergeben hatte. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens. Die Selbsthilfeorganisationen griffen am diesjährigen Tag des weißen Stockes den Mangel an spezialisierten Sonderpädagoginnen und -pädagogen für blinde und sehbehinderte Kinder auf.
Wir sehen uns – auf Augenhöhe!
Unter diesem Motto machten die internationalen Hilfswerke während der Woche des Sehens 2012 auf effiziente Entwicklungsarbeit aufmerksam. Sie ist durch eine starke Vernetzung untereinander und eine enge Kooperation mit den lokalen Partnern möglich. Einheimische Fachleute sind die Voraussetzung für ein nachhaltiges Arbeiten auf Augenhöhe.Oftmals fehlt es aber am Geld für die notwendige Ausbildung. Deshalb unterstützen die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) Aus-und Weiterbildungen für einheimische medizinische Fachkräfte in den ärmsten Ländern der Welt. In der SALFA-Augenklinik in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, werden zum Beispiel Gemeindehelfer ausgebildet. SALFA ist die Gesundheitsorganisation der Madagassisch-Lutherischen Kirche. Die Gemeindehelfer gehen in kleine, abgelegene Dörfer, suchen nach Menschen mit Behinderungen und leisten Aufklärungsarbeit.
Von den Ausbildungsprogrammen der Hilfswerke profitieren nicht nur die Menschen in kleinen Dörfern, sondern auch die Patienten der SALFA-Klinik. Der madagassische Augenarzt Dr. Narivony Razafinimpanana macht derzeit, unterstützt durch ein Stipendium der CBM, seinen Master in Augenmedizin in Malawi. Nach seinem Abschluss wird er die Leitung der 2011 eingeweihten SALFA-Klinik übernehmen. Nur mit Förderprogrammen wie diesem können sich die Menschen hier und in Entwicklungsländern auf Augenhöhe begegnen und die Ziele von „VISION 2020 – Das Recht auf Augenlicht" realisiert werden – in Madagaskar und weltweit.
VISION 2020 – Das Recht auf Augenlicht
Ziel dieser Initiative unter der Federführung der Weltgesundheitsorganisation ist es, bis zum Jahre 2020 die heilbare und vermeidbare Blindheit zu überwinden. Insgesamt gibt es derzeit rund 39 Millionen blinde Menschen weltweit. VISION 2020 ist eine gemeinsame Initiative der Weltgesundheitsorganisation (
WHO), der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB), von Nichtregierungsorganisationen, Berufsverbänden, augenmedizinischen Einrichtungen und Firmen.
Veranstaltungen
In diesem Jahr wurden über 250 Aktionen durchgeführt. Diese Zahl ist niedriger als im Vorjahr. Doch es ist zu berücksichtigen, dass mehr Gemeinschaftsaktionen von Partnervereinen und -verbänden der Aufklärungskampagne, Optikern, Unternehmen und anderen engagierten Gruppen durchgeführt wurden. Tage der offenen Tür und Vorträge zu zahlreichen Themen wurden zusammengelegt mit Informationsständen und / oder Hilfsmittelausstellungen. Dazu wurden auch zahlreiche Veranstaltungen außerhalb der Aktionswoche unterstützt. Zum Beispiel integrierten Lehrer und Lehrerinnen sowie Studenten der Pflege-bzw. Lehrerausbildung ihre Aktionen in den Unterricht – die wegen der Herbstferien dann nicht in allen Bundesländern innerhalb der Aktionswoche stattfinden konnten, aber trotzdem auf die Themen der Kampagne hinwiesen.
Zahlreiche Veranstaltungen haben sich mittlerweile etabliert. Viele Menschen unterstützen Jahr für Jahr die Woche des Sehens, indem sie gute Veranstaltungen für Menschen verschiedener Alters-bzw. Interessengruppen organisieren, zum Beispiel: Lesungen im Dunkeln, Café im Dunkeln, Sehbehindertenparcours, Austausch betroffener Menschen, Kinofilmvorführung mit Audiodeskription, Schmink-Workshop für blinde Frauen sowie Ausstellungen mit zahlreichen Hilfsgeräten für den Alltag. Hinzu kamen bewährte Aktionsformen wie beispielsweise „Fahrrad für Alle", Vorträge rund um das Auge bzw. das Sehen, Chats, Dunkelcontainer und Augenspaziergänge.
Die bundesweite Initiative mehrerer Teilnehmer, Ausstellungen zu organisieren, ist in diesem Jahr sehr gut angekommen und wir hoffen, dass die Resonanz im nächsten Jahr weiter ansteigt. Nennenswert ist auch die Präsenz der Woche des Sehens in verschiedenen Internet-Anwendungen wie Google+, Facebook und YouTube sowie die Bekanntmachung der Woche des Sehens auf zahlreichen Webseiten. Auf den folgenden Seiten vermitteln wir einen Eindruck der vielfältigen Veranstaltungen 2012.
Ausstellungen
Potsdam
Eine Wanderausstellung entstand durch eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv – behinderte Menschen in der SPD Brandenburg" und wurde in Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk Potsdam e.V., dem Verein Oberlinhaus LebensWelten, der Augenklinik Potsdam und dem Gehörlosenverband erstellt. Sie informierte über Sehbehinderung und Blindheit, Möglichkeiten der Früherkennung und der Vermeidung von Augenkrankheiten. Ein weiteres Thema war die Situation hörgeschädigter und gehörloser Menschen. Die Ausstellung wurde am 26. September 2012 im Brandenburger Landtag eröffnet. Anschließend wurde sie mehrere Wochen lang an verschiedenen Orten im Land Brandenburg gezeigt.
Berlin
„Die Sicht der Anderen" war ein Fotoprojekt des Blindenhilfswerks Berlin e.V., bei dem acht blinde Berliner einen Monat lang täglich ein Bild mit einer Kamera aufnahmen.
Sie versuchten Momente festzuhalten, die ihnen interessant, spannend, lustig oder in anderer Weise bewegend erschienen. Die richtige Stimmung einzufangen, um diese weiterzugeben, so wie es Sehende intuitiv tun, war die Herausforderung. In der Ausstellung wurden die zum Teil abstrakten, immer aber gefühlvollen Ergebnisse sowie die Portraits der blinden Fotografen präsentiert. Jeweils eines der Fotos aus der Bilderreihe wurde tastbar aufgearbeitet und war in einer von acht Dunkelkabinen zu erfühlen. Sehende und blinde Besucher standen, bei der Wahrnehmung eines Fotos allein über den Tastsinn, somit auf einer Stufe.
Schulaktionen
Bayern
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) und Vertreter der Bezirksgruppen des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB) besuchten vom 8. bis 12. Oktober sechs Schulen in Bayern. Insgesamt waren 48 Lehrer/innen an den Schulaktionen beteiligt. Mehr als 768 Schüler/innen erfuhren im Unterricht, wie mit vergleichsweise einfachen Mitteln Blindheit in Entwicklungsländern verhütet werden kann und welche Hilfsmittel blinde Menschen in Deutschland einsetzen. Vertreter des BBSB stellten die Hilfsmittel fachkundig vor und die Schüler/innen konnten sie selbst ausprobieren. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war der Besuch von zwei Blindenführhunden mit ihren Herrchen in zwei Schulen. In der Unterrichtseinheit konnten die Schüler/innen außerdem den Erlebnisgang der CBM durchlaufen, um sich kurzzeitig mit Taststock und Grauer-Star-Simulationsbrille in die Rolle eines stark sehbehinderten Menschen hinein zu versetzen und einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen zu bewältigen.
Münsterland
An einer Projektwoche, die eine Volontärin einer katholischen Einrichtung für behinderte Menschen organisierte, beteiligten sich etwa 300 Schüler/innen aus zwölf Schulklassen.
Die Teilnehmer/innen mussten sich mit verbundenen Augen ein Brot bereiten, ein Glas Wasser einschenken, sich in einer fremden Umgebung orientieren und mit einem Langstock laufen. Die jüngeren Schüler/innen konnten auch Bewegungsspiele mit einem Klingelball ausprobieren. Außerdem erklärte die Volontärin die Blindenschrift und berichtete von verschiedenen Arten der Sehbehinderung und deren Auswirkungen auf die Betroffenen. Zum Auftakt stellte eine Hilfsmittelfirma ihr Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen aus. Vertreter des Deutschen Blinden-und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV) und der PRO RETINA standen mit Ratschlägen bereit. Außerdem konnten Simulationsbrillen ausprobiert werden.
Aktionen zum Welttag des Sehens
Der Welttag des Sehens (World Sight Day) macht am zweiten Donnerstag im Oktober auf das weltweite Aktionsprogramm „VISION 2020 – das Recht auf Augenlicht" aufmerksam.
Homburg
Das Team und Klinikdirektor Prof. Berthold Seitz präsentierten Patienten, Angehörigen und Interessierten am Welttag des Sehens ein vielfältiges Programm rund um das Thema Sehen.
In einem großen Info-Zelt vor der Augenklinik standen Experten den Besuchern unter dem Motto „Alles rund ums Auge" Rede und Antwort. Die Informationen reichten von allgemeinen Erklärungen zu Sehbehinderungen über die Darstellung von Therapiemöglichkeiten bis hin zur Vorstellung der Operateure der Augenklinik. Zudem konnten die Besucher Vorträgen im Hörsaal der Augenklinik beiwohnen. Die positiven Rückmeldungen zeigten, dass großes Interesse an diesen Themen besteht.
Bad Freienwalde
Auf Einladung des Blinden-und Sehbehindertenverbandes Brandenburg e.V. (BSVB) trafen sich Mitglieder des Verbandes, Persönlichkeiten der Stadt und allgemeines Publikum im Saal der Stephanus-Werkstätten, um sich über Neuigkeiten rund um die Themen Augen, Sehen, Krankheiten, Forschung usw. zu informieren.
Der Augenarzt Dr. Ernst-Otto Denk hielt einen ausführlichen Vortrag zum Thema „Wir sehen uns – auf Augenhöhe". Er berichtete unter anderem über das Programm „VISION 2020 -das Recht auf Augenlicht" und dessen Ziele. Daneben ging er in seinem Vortrag auch auf das Glaukom (Grüner Star), die Katarakt (Grauer Star), die Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) und die Diabetische Retinopathie ein.
Aktionen zum Tag des weißen Stocks
Der Tag des weißen Stocks weist seit mehr als 40 Jahren traditionell am 15. Oktober auf die Belange blinder Menschen und ihr Recht auf ein selbstständiges Leben hin.
Malchin
Die Gebietsgruppe des Blinden-und Sehbehindertenvereins Malchin (BSV MA) war in diesem Jahr Organisator der zentralen Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern zum „Tag des weißen Stocks" während der Woche des Sehens. Diese Veranstaltung war ein großer Erfolg. Nach der Eröffnung durch den Landesvorsitzenden, Bernd Uhlig, und den Grußworten des Bürgermeisters und Schirmherren der Aktion, Jörg Lange, verlieh die Zetteminer-Singegruppe der Veranstaltung einen würdigen Auftakt. Zahlreiche Besucher aus der Region und viele Gäste aus den Gebietsgruppen kamen zum Malchiner Rathaussaal und trugen somit zum Gelingen der Veranstaltung bei. Ebenfalls zeigten Schülerinnen und Schüler aus der Stadt großes Interesse, zum Beispiel beim Testen einiger Hilfsmittel. Ein Blindenführhund-Lehrer und ein Mobilitätstrainer zeigten dem Publikum den Umgang mit einem Blindenhund und dem Langstock.
Gera
Die Veranstaltung im Geraer Rathaussaal fand großes Interesse bei der Bevölkerung sowie bei Politikern der Stadt und des Landes Thüringen. So war zum Beispiel der Behindertenbeauftragte Thüringens, Dr. Paul Brockhausen, zu Gast. Alle Gäste, darunter auch viele Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e.V. (BSVT) konnten einem Vortrag über die Geschichte des weißen Stocks sowie dessen Bedeutung beiwohnen. Eine Dresdner Band, die in ihren Reihen einen blinden Künstler hat, begleitete die Veranstaltung musikalisch. Im Anschluss folgte die Eröffnung der „Höhlen der Sinne". Unter der Erde, in den alten Bierlagerstätten Geras, konnten sich alle in die Welt blinder Menschen hinein versetzen. Riechen, Tasten, Hören und Schmecken standen im Vordergrund. Düfte und verschiedene Hölzer sowie Blätter aus dem Wald waren zu erleben. Ganz mutige Gäste stiegen noch weiter unter die Erde und tasteten sich mit Langstöcken auf extra installierten Bodenindikatoren über eine akustisch simulierte Straßenkreuzung. Bei Essen und Trinken konnte man sich danach noch im Dunkeln über seine Erlebnisse austauschen. Das MDR-Fernsehen filmte diese Eröffnung.
Im größten Einkaufszentrum Geras stand am Abend schließlich ein begehbares Augenmodell, das sich zum Publikumsmagnet entwickelte. Zwei Augenärztinnen erklärten die im Modell abgebildeten Erkrankungen. Die Kreisorganisation Gera und die zentrale Beratungsstelle des BSVT waren mit einem Infostand vor Ort, an dem auch über die Woche des Sehens informiert wurde und vielfältige Infobroschüren für das interessierte Publikum bereitlagen. Die Band trat noch einmal auf und zwei blinde Menschen lasen aus einem Buch einer Geraer Autorin. Daneben wurden vom Einkaufszentrum aus Rundgänge organisiert, bei denen Teilnehmer Simulationsbrillen trugen. Es wurde eine Strecke zusammengestellt, die zeigte, was in Gera für blinde
Menschen schon alles geschaffen wurde und an welchen Orten noch Handlungsbedarf besteht. Selbst von den widrigen Wetterbedingungen ließen sich die Gäste dabei nicht abhalten.
Tag der offenen Tür
Jedes Jahr beteiligen sich Augenarztpraxen, Augenkliniken und Unternehmen, Bibliotheken, Förderzentren für Kinder und Erwachsene mit Sehbehinderung an der Woche des Sehens. Sie öffnen ihre Einrichtungen zur Besichtigung für die breite Öffentlichkeit.
Halle-Saale
Die Augenklinik des Universitätsklinikums in Halle organisierte im Rahmen der Woche des Sehens eine Informationsveranstaltung mit Vorträgen über Makula- Degeneration (AMD), Glaukom, Diabetische Retinopathie, Katarakt sowie einen Auslandseinsatz in Myanmar. Es gab zudem Informationsfilme im Wartebereich und Führungen durch die Augenambulanz.
Vortragsreihen
Jena
Auch der Sponsor der Woche des Sehens, die Carl Zeiss Meditec AG, lud zu einer Vortragsveranstaltung ein. Mitarbeiter und Studenten erfuhren von der Arbeit von Dr. Albrecht Hennig, der in Nepal eine Augenklinik aufgebaut und geleitet hat. Über drei Jahrzehnte war Dr. Albrecht Hennig für die CBM als Augenarzt tätig.
Karlsruhe
Ein Oberarzt und ein Optiker der St. Vincentius Kliniken hielten im Rahmen der mittlerweile traditionellen Vortragsreihe während der Woche des Sehens einen umfangreichen, informativen Vortrag über die Katarakt (Grauer Star), der die Behandlungsmöglichkeiten aufzeigte sowie die Zukunftsperspektiven der Medizin beschrieb. Viele Interessierte folgten dem Vortrag und beteiligten sich rege an der anschließenden Fragerunde.
Trier
Die PRO RETINA-Regionalgruppe Trier organisierte in Kooperation mit HörBIZ Trier, der Christoffel-Blindenmission (CBM) und einem Radiosender vor Ort zwei Informationstage unter dem Motto: „Ich höre, was du siehst und ich sehe, was du hörst." Hintergrund dieser Aktion war, auf die Problematik von Erkrankungen der Sinnesorgane aufmerksam zu machen und darüber zu informieren, wie breit gefächert diese Erkrankungen sind. „Augencamps im Südwesten von Uganda – damit jeder die Chance auf Behandlung bekommt", „Forschung Implantat", „Altersbedingte Makula-Degeneration" waren die Titel einiger Vorträge bei dieser vielseitigen Veranstaltung. Unter anderem konnten sich die Gäste über das Usher-Syndrom informieren. Eine Ärztin referierte über dieses Krankheitsbild und ein betroffenes Ehepaar sprach über den Alltag mit dieser Erkrankung. Durch den schleichenden Verlust des Augenlichts und des Gehörs haben Usher-Betroffene es im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung schwer, mit anderen zu kommunizieren.
Parallel zu den vielfältigen Vorträgen gab es eine Hilfsmittelausstellung für hör- beziehungsweise sehbehinderte und blinde Menschen. Regionale Akustiker und Optiker sowie ein Hilfsmittel-Unternehmen stellten ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Die Gäste hatten die Möglichkeit, die für sie interessanten Hilfsmittel zu testen. Ein „Schnupperkurs in der Gebärdensprache", ein Mobilitätskurs für sehende Menschen, die Vorführungen einer Blindenführhundeschule und das Angebot, sich durch den Erlebnisgang der Christoffel-Blindenmission (CBM) zu tasten, rundeten die Aktionstage ab.
Stadt-Aktionen
Potsdam
Auf Initiative der Veranstalter ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH, Christoffel- Blindenmission (CBM), PRO RETINA e.V. und Sozialwerk Potsdam versetzten sich Mitarbeiter der ViP auf dem Weg vom Betriebshof zur Potsdamer Innenstadt und zurück in die Situation von Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit, um sich so für deren Bedürfnisse zu sensibilisieren. Ein kostenloser Hör-bzw. Sehtest und eine Runde durch den Erlebnisgang der CBM vervollständigten das Programm auf dem Betriebshof.
Bautzen und Dresden
Der Blinden und Sehbehinderten Verband Sachsen e.V. (BSVS) und konkret „Blickpunkt Auge – Rat und Hilfe bei Sehverlust" im Landkreis Bautzen beteiligten sich zusammen mit der Augenklinik der Oberlausitz Kliniken an der Woche des Sehens. Sie organisierten Informationsveranstaltungen in Bautzen und Dresden zur Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) für Betroffene, ihre Angehörigen und alle Interessierten. Zum Programm gehörten ein Vortrag zu Ursachen, Diagnose und Behandlung der AMD, die Vorstellung des Patientenangebotes des BSVS e.V. „Blickpunkt Auge – Rat und Hilfe bei Sehverlust" und ein Vortrag eines Augenoptikermeisters und Low-Vision-Spezialisten zum Thema „Lebensqualität Sehen – Wege zum Ausgleich von Seheinschränkungen".
„Blickpunkt Auge", die Klinik und der Augenoptiker gestalteten gemeinsam eine Ausstellung mit verschiedensten Informationsmaterialien rund um schwerwiegende Augenerkrankungen und zu ihren speziellen Angeboten für Menschen mit Sehbehinderung. So finden beispielsweise regelmäßig Beratungen von „Blickpunkt Auge" an der Bautzener Klinik und in Bischofswerda statt. Die umfangreiche Hilfsmittelausstellung bot die Möglichkeit, verschiedene Sehhilfen kennenzulernen und auszuprobieren.
Ludwigshafen
Die Besucher des Aktionstages feierten in der Ludwigshafener Apostelkirchengemeinde gemeinsam einen Gottesdienst und gingen ins Café – und das alles in absoluter Dunkelheit. Die Blinden-und Sehbehindertenseelsorge der Evangelischen Kirche der Pfalz organisierte zusammen mit dem Berufsbildungswerk der Nikolauspflege Stuttgart und einem Rehabilitationslehrer diese Sensibilisierungsaktion im Rahmen der Woche des Sehens.
Sehende Menschen konnten mit Augenbinde und Stock laufen oder Blindenschrift lesen. Mit Beratung und Hilfsangeboten für Haushalt, Freizeit und Schule, Informationen zu beruflicher Bildung und Qualifizierung, technischen Hilfsmitteln, Mobilitätstraining sowie der Filmvorführung „Umgang mit sehbehinderten Menschen" war das Programm des Aktionstages vielfältig und hoch interessant.
Partner der Woche des Sehens
Die Woche des Sehens ist ein gemeinsames Projekt von sieben Verbänden und Organisationen und wird von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG unterstützt.
Hier stellen sich die einzelnen Partner kurz vor:
Christoffel-Blindenmission e.V. (CBM)
Die CBM ist eine internationale christliche Entwicklungsorganisation, deren Hauptziel es ist, die Lebensqualität der ärmsten Menschen dieser Welt zu verbessern, die behindert sind oder in der Gefahr stehen, behindert zu werden. Die CBM arbeitet mit Partnerorganisationen in den einkommensschwachen Ländern zusammen, um Gesundheitsdienste anzubieten, Kindern mit Behinderungen den Schulbesuch zu ermöglichen und behinderten Erwachsenen Zugang zu Rehabilitationsdiensten und einem Broterwerb zu verschaffen. www.cbm.de
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
Als Dachverband der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe koordiniert der DBSV das bundesweite Handeln und Auftreten von 20 Landesvereinen. Die Landesvereine selbst vertreten die Interessen der blinden und sehbehinderten Menschen auf Länderebene. Ziel des DBSV ist es, die Lebenssituation der Augenpatienten sowie der ca. 1,2 Mio. blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Kontakt zur nächstgelegenen Beratungsstelle unter (0 18 05) 66 64 56 (0,14 €/Minute aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Minute). www.dbsv.org
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)
Der Berufsverband der Augenärzte vertritt die fachlichen und berufspolitischen Belange der deutschen Augenärzte und vermittelt augenärztliche Kompetenz in der Öffentlichkeit. Der Augenarzt ist der erste Ansprechpartner bei allen Formen einer Sehschwäche. Dank modernster Diagnostik ist er am ehesten in der Lage, die Ursachen einer drohenden Erblindung festzustellen, und kann diese in vielen Fällen verhüten und die bestmögliche Therapie vorschlagen. www.augeninfo.de
Deutsches Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V. (DKVB)
Das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit besteht als Verein seit 1980. Mitglieder sind Augenärzte, Vertreter von Blindenverbänden und Nichtregierungsorganisationen sowie Einzelpersonen, deren Ziel die weltweite Blindheitsverhütung ist. Vorstand und Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. www.dkvb.org
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG)
Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Ihr Ziel ist die Förderung der Ophthalmologie vor allem in den Bereichen Forschung und Wissenschaft. Mit über 6.000 Mitgliedern zählt sie zu den bedeutendsten medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Gegründet wurde die DOG 1857 in Heidelberg. Sie ist damit die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt. Ein besonderes Anliegen der Gesellschaft ist die Bekämpfung vermeidbarer Erblindung und ihrer Ursachen. Die DOG unterstützt daher die Initiative VISION 2020 und beteiligt sich rege an deren vielfältigen Aktivitäten. www.dog.org
Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS)
Als Selbsthilfeorganisation fördert der Verein alle Blinden und Sehbehinderten in akademischen und verwandten Berufen sowie den entsprechenden Ausbildungsgängen und vertritt ihre sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Belange, vor allem in Fragen der Aus- und Fortbildung, der Rehabilitation und des Berufs. www.dvbs-online.de
PRO RETINA Deutschland e.V. (PRO RETINA)
Die PRO RETINA Deutschland e.V. ist die Selbsthilfevereinigung der Menschen mit Netzhautdegenerationen. Dies umfasst die Krankheitsbilder Retinitis Pigmentosa, Makula-Degeneration, das Usher-Syndrom und seltene Formen der Netzhautdegeneration. Die 6.000 Mitglieder sind in 60 Regionalgruppen und Fachgruppen organisiert. Neben der Patientenberatung steht die Förderung der Forschung im Vordergrund. www.pro-retina.de
Förderer und Sponsoren
Finanziert wurde die Woche des Sehens durch die Beiträge der sieben Partner sowie durch Förder- und Sponsorengelder.
Die Aktion Mensch förderte die Woche des Sehens bereits zum elften Mal.
Die Carl Zeiss Meditec AG ist langjähriger Sponsor und konnte auch 2012 für eine Unterstützung gewonnen werden.
Organisation
Die Organisation der Woche des Sehens ist auf drei Ebenen aufgeteilt. Auf Vorstandsebene treffen sich alle Partner der Kampagne mindestens einmal jährlich in einer Vollversammlung. Hier wird über die strategische Ausrichtung der Projektwoche, wie z.B. Schwerpunkte, übergreifende Aktionen oder Finanzierungsmöglichkeiten, entschieden.
Die Koordinationsgruppe, die aus Vertretern aller Partner besteht, ist für die operative Umsetzung der strategischen Vorgaben verantwortlich. Ihre Aufgabe besteht darin, die Interessen der einzelnen Partner zu bündeln, die zentralen Aktionen vorzubereiten, Sponsoren zu gewinnen und die Kommunikationsmaterialien zu entwickeln.
Zur Bewältigung der umfangreichen Aufgaben sowie zur persönlichen Kontaktpflege und Hilfestellung bei der Suche nach Kooperationspartnern waren 2012 zwei Projektkoordinatoren bei der CBM in Bensheim und eine Projektkoordinatorin beim DBSV in Berlin angesiedelt.
Elemente der Kampagne
Die Woche des Sehens 2012 sprach die Veranstalter sowie die breite Öffentlichkeit mit einem vielseitigen Kommunikationsmix an. Einige der Elemente werden im Folgenden mit der jeweiligen Resonanz vorgestellt. Das Kampagnenmotiv und das Thema dieses Jahres sorgten für große Aufmerksamkeit und hatten einen hohen Wiedererkennungswert (siehe Titel)
Die Partner der Woche des Sehens stellen jedes Jahr neue Materialien zur Verfügung, die sich zunehmend auch auf den multimedialen Bereich beziehen. Die Produktion von Simulationsfilmen, Internetauftritte bei YouTube, Google+ und Facebook sowie die gezielte Ansprache neuer Akteure über die Fachpresse zeigten in diesem Jahr erneut das Engagement der Träger, um die Aufklärungskampagne Jahr für Jahr voranzutreiben.
Simulationsfilme der Woche des Sehens
Vier kurze Filme zeigen anschaulich, wie verschiedene Augenkrankheiten zu ganz unterschiedlichen Auswirkungen führen. Was das für den Alltag der Betroffenen bedeutet, schildern diese Clips, die das multimediale Informationsmaterial der Woche des Sehens ergänzen. Die Simulationsfilme, die auch für Menschen mit Hörbehinderung mit Untertiteln zur Verfügung stehen, wurden auf einem YouTube-Channel, Google+ und auf Facebook veröffentlicht und bekamen in kurzer Zeit mehr als 7.000 Klicks. Die Simulationsfilme sind auch unter www.woche-des-sehens.de/filme/ zu sehen.
Seit 2012 gibt es auf den Plakaten und Handzetteln einen QR-Code (quick response), der es Inhabern von Smartphones erleichtert, direkt auf die Website der Woche des Sehens und damit auf die Simulationsfilme zuzugreifen.
Teilnehmergewinnung
Die Woche des Sehens lebt vom Mitmachen und soll stetig wachsen, deshalb werden engagierte Menschen immer willkommen geheißen.
Über Informationen in Fachmedien wurden Pädagogen, Mitarbeiter und Ausbilder in Pflegeberufen oder auch Rehatrainer mit dem Ziel angesprochen, dass auch sie ab 2012 regionale Veranstaltungen zur Woche des Sehens anbieten. Die positiven Ergebnisse dieser Aktion spiegeln sich in der höheren Zahl von Materialbestellungen und im Umfang der organisierten Veranstaltungen wider.
Teilnehmermotivation
In Rundschreiben und über interne Publikationen wurden die Mitglieder der einzelnen Partner aufgerufen, sich aktiv an der Woche des Sehens zu beteiligen. Externe Interessierte wurden durch persönliche Anschreiben zur Teilnahme an der Projektwoche eingeladen. Persönliche Kontaktpflege per E-Mail und Telefon motivierte potenzielle Veranstalter, die von den Koordinatoren mit Rat und Tat unterstützt wurden. Der bereitgestellte Aktionsleitfaden informierte zu den Themen der Kampagne und bot Tipps für Veranstaltungen und deren Durchführung.
Materialien
Allen Beteiligten wurden kostenfreie Kommunikations- und Aktionsmaterialien für ihre Veranstaltungen oder zum Auslegen in der Praxis und anderen Einrichtungen angeboten. Zwei unterschiedliche Paketgrößen waren verfügbar, aber auch individuelle Zusammenstellungen konnten über die Projektkoordination bestellt werden. Die einzelnen Materialien ließen Freiraum für eigene Ankündigungen und integrierten die regionalen Veranstaltungen durch ein einheitliches Erscheinungsbild in die bundesweite Aufklärungskampagne.
Folgendes Material wurde angeboten: Woche des Sehens-Plakate, Handzettel, Informationsbroschüren, Simulationsbrillen, Luftballons, eine DVD mit Vorlagen für Vorträge und Pressemitteilungen sowie Hintergrundinformationen zu den einzelnen Themen, die DVBS-Broschüre „Altern und Blindheit", das Plakat „Sehbehinderung – was heißt das?", die Broschüre zu VISION 2020 sowie Tastsäckchen, die zum ersten Mal angeboten wurden. Nachbestellungen machten das Interesse deutlich. nsgesamt wurden mehr als 500 Material-Pakete versandt.
Pressearbeit
Medienresonanz
Die Woche des Sehens 2012 wurde schon seit Januar des vergangenen Jahres mit Ankündigungen und Pressemitteilungen begleitet. Langfristig planende Redaktionen erhielten zu dieser Zeit schon die erste Ankündigung der Aktionswoche, damit sie ihre Themenpläne entsprechend anpassen konnten. Eine weitere Pressemeldung ging im Juli an die Redaktionen. Zugleich wurden auf der Internetseite www.woche-des-sehens.de umfangreiches, aktuelles Text-und Bildmaterial zu den einzelnen Schwerpunktthemen veröffentlicht. Die Simulationsfilme sowie die Social Media-Aktivitäten der Woche des Sehens standen im Fokus der Pressemitteilung, die unmittelbar vor Beginn der Aktionswoche versandt wurde. Drei weitere Meldungen folgten bis zum 15. Oktober und gingen näher auf die verschiedenen Schwerpunktthemen des Jahres ein. Neben diesen sechs Pressemitteilungen für die breite Publikumspresse wurden bereits im Mai 2012 Aufrufe an Fachmedien für Allgemeinmediziner, Diabetologen, Lehrer, Behindertenpädagogen, Altenpfleger, Krankenhäuser und Apotheken versandt, um sie als neue Akteure für die Woche des Sehens zu gewinnen.
TV
Zu den Fernsehsendern, die auch 2012 über die Woche des Sehens berichteten, gehörten das ZDF, der SWR, das Bayerische Fernsehen, der WDR und der MDR. Insgesamt gab es 23 TV-Berichte über Veranstaltungen der Woche des Sehens.
Printmedien
Publikumszeitschriften, große Tageszeitungen, Lokalzeitungen und Anzeigenblätter informierten flächendeckend über die Woche des Sehens 2012. Aufgrund eines Erfassungsfehlers lässt sich leider kein Vergleich zum Vorjahr ziehen, sicher dokumentiert sind rund 700 Artikel, die eine Gesamtauflage von ca. 16 Millionen erreichten. Bemerkenswert ist, dass die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in ihren verschiedenen Landesdiensten allein 18 Meldungen zur Woche des Sehens und ihren Veranstaltungen aussandte.
Hörfunk
Mit 31 Beiträgen in öffentlich-rechtlichen Sendern konnte die Hörfunkberichterstattung gegenüber dem Vorjahr (15 Beiträge) deutlich gesteigert werden. Zu den Sendern, die über die Woche des Sehens berichteten, gehörten Bayern 1, MDR 1, der NDR sowie der SWR.
Die sendefertigen Beiträge, welche die Woche des Sehens auch 2012 den Rundfunksendern zur Verfügung stellte, erreichten in diesem Jahr 3,6 Millionen Hörer. Dabei war erneut das Interview mit der Schirmherrin Gundula Gause, das alleine mehr als 1,5 Millionen pro Stunde erreichte, besonders erfolgreich.
Resonanz der sendefertigen Beiträge
Auswertung der Woche des Sehens 2012:
Beiträge | Sender | Ausstrahlung | Hörer pro Stunde
| Hörer pro Tag
|
„Wir sehen uns!“ (Gundula Gause) | 18 | 22 | 1.525.000 | 6.108.000
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„Wir sehen uns – lieber früher als später!“ | 15 | 19 | 654.000 | 2.199.000
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„Wir sehen uns … auf Madagaskar“ | 11 | 13 | 669.000 | .724.000
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Wohin, wenn die Augen nachlassen?“ | 14 | 15 | 763.000 | 2.908.000 |
Gesamt | 23 | 69 | 3.611.000 | 13.939.000 |
Internetauswertung
Auf der Internetseite der Woche des Sehens standen neben den Details zu den Schwerpunktthemen viele Informationen zu den Themen Sehbehinderung und Blindheit. Alle Print-Materialien waren als Download verfügbar. Über ein Formular konnten sie auch bei den Projektkoordinatoren angefordert werden. Bei der Gestaltung des Internetauftritts wurde großer Wert auf Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit gelegt. Der Pressebereich bot Journalisten die aktuellsten Pressemitteilungen und thematisch gruppierte Texte mit umfangreichem Bildmaterial zum Download an.
Im Veranstaltungskalender konnte jede angemeldete Aktion eingesehen werden. Die Eingabe einer Postleitzahl oder eines Ortes ermöglichte potenziellen Besuchern oder interessierten Journalisten, Angebote in ihrer Nähe zu finden.
Besuche auf Externer Link (neues Fenster): www.woche-des-sehens.de
Ausgewertet sind die Besuche der Website, die Seitenaufrufe für 2012 insgesamt sowie für die Monate August, September und Oktober.
Vom 1. Januar 2012 bis 31. Oktober 2012 waren 19.017 Besuche zu verzeichnen, 75.535 Seiten wurden aufgerufen. Ein Besuch dauerte durchschnittlich 2:54 Minuten. 75 % der Besucher waren erstmals auf der Website (diese Zahl kann durch Benutzer verfälscht werden, die ihre Cookies regelmäßig löschen). Vom 1. Januar bis 31. Oktober 2012 haben 14.591 Personen die Website besucht.
Fazit und Ausblick
• Mit 23 TV-Berichten, einer Printauflage von mehr als 16 Millionen, zahlreichen Berichten im Internet und 31 Beiträgen in öffentlich-rechtlichen Hörfunksendern erreichte die Woche des Sehens eine breite Öffentlichkeit in ganz Deutschland.
• Die Materialbestellungen haben sich gegenüber 2011 beinahe verdoppelt.
• Die Aktionen im Internet, vor allem in den Netzwerken Facebook und YouTube, verbreiteten sich mit großem Erfolg.
• Die bekannte Schirmherrin Gundula Gause verschaffte der Woche des Sehens besondere Aufmerksamkeit und trug damit wesentlich zum Erfolg bei. Ihr Radio-Interview erreichte mehr als 1,5 Millionen Hörer pro Stunde.
• Die Woche des Sehens hat einen festen Platz im Terminkalender der Akteure eingenommen.
• 2013 findet die zwölfte Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober statt.
















