Gutenberg-Gesundheitsstudie im Überblick

Die Ergebnisse der größten deutschen bevölkerungsbasierten Untersuchung verschiedener Erkrankungen zeigen: Augenerkrankungen sind Volkskrankheiten

Von 2007 bis 2012 wurden in der Region Mainz über 15.000 Studienteilnehmer im Alter von 35 bis 74 Jahren untersucht, die repräsentativ für die Bevölkerung stehen. Das Ziel der Studie war und ist es, belastbare Daten zu liefern, um die Vorhersage für verschieden Krankheitsbilder zu verbessern – vor allem auch zu Augenerkrankungen. Im letzten Jahr wurde die Fünf-Jahres-Nachuntersuchung abgeschlossen, die Zehn-Jahres-Untersuchung ist bereits angelaufen. Neben der Durchführung standardisierter kardiologischer Untersuchungen werden auch Einflussfaktoren wie Lebensstil und Umwelt betrachtet. Ebenso findet eine genaue Untersuchung der Augen statt.

Augenerkrankungen weit verbreitet

Die Ergebnisse der Gutenberg-Studie zeigen nun, dass Augenerkrankungen weit verbreitet sind. Beispielsweise leidet über ein Drittel der Studienteilnehmer an Myopie, ist also kurzsichtig. Eine fast genauso große Zahl ist von Astigmatismus, der sogenannten Stabsichtigkeit, betroffen. Wie der Name schon sagt, tritt die Altersbedingte Makula-Degeneration vor allem bei älteren Menschen auf. Während es bei der Altersgruppe 35-44 Jahre nur 3,4 Prozent sind, die an einer Frühform der Erkrankung leiden, sind es bei der Gruppe 65-74 Jahre beinahe ein Viertel.

Diese Gruppe ist es auch, die eine hohe Zahl an Kataraktoperationen (Grauer Star) aufweist. 13 Prozent haben sich schon einer entsprechenden OP unterzogen.

Immer größer wird die Verbreitung der Diabetischen Retinopathie. Betrachtet man die Ergebnisse der Gutenberg-Studie, so sind über 21 Prozent, also mehr als ein Fünftel der Teilnehmer, daran erkrankt.

Augenerkrankungen sind Volkskrankheiten

Nach Ansicht von Experten beweisen die Ergebnisse der Studie, dass Erkrankungen wie die Katarakt, die Altersbedingte Makula-Degeneration oder die Diabetische Retinopathie häufig in der Bevölkerung Deutschlands vorliegen und daher zu den Volkskrankheiten gezählt werden müssen. Vor allem die Tatsache, dass die Erkrankungen vermehrt im Alter von 65-74 Jahren auftreten, die Zahl der Menschen dieser Altersgruppe aber immer weiter steigt, macht deutlich, dass in Zukunft ein steigender Versorgungsbedarf zu erkennen sein wird.

Weitere Untersuchungen im Rahmen der Gutenberg-Studie sollen nun zeigen, welche Faktoren zum Auftreten von Augenerkrankungen beitragen und wie erkrankte Menschen versorgt werden.

Weitere Informationen zur Gesundheitsstudie finden Sie unter www.gutenberg-gesundheitsstudie.de

Ein Mann mittleren Alters, schwarz gekleidet, wird von einer Augenärztin, die mit dem Rücken zum Betrachter sitzt, am Auge untersucht.

Untersuchung beim Augenarzt. Die Gutenberg-Studie beweist: Augenerkankungen sind weit verbreitet. Bildnachweis: DBSV/Friese

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