Neue Einsichten - neue Aussichten

Corona hält die Welt seit Anfang 2020 in Atem. Die Pandemie ist ein warnendes Beispiel dafür, dass Krankheiten nicht an Grenzen Halt machen. Sie zeigt, was passiert, wenn Gesundheitssysteme schwach und Abstand oder Hygiene nicht möglich sind. Was das mit der Woche des Sehens zu tun hat? In der Entwicklungszusammenarbeit erleben die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) täglich die Auswirkungen schwacher Gesundheitssysteme und mangelnder Hygiene.

Hierzulande eher selten, ist Trachom weltweit die häufigste entzündliche Ursache für Erblindung. Trachom trifft vor allem arme Menschen in heißem und trockenem Klima. So wie Dinknesh Wondifraw aus Äthiopien. Hinter ihrem Haus liegen die Kochstelle, die Grubenlatrine und das Feld mit Ziegen. Perfekter Nährboden für Fliegen. Sie sind überall und können die Bakterien übertragen, die Trachom verursachen. Bei Wondifraw waren beide Augen entzündet. Wirklich schmerzhaft wurde es, als sich ihre Augen immer wieder entzündeten. Es entstanden Narben auf der Innenseite der Augenlider, die sich dadurch verkürzten und die Wimpern nach innen zogen. Die Wimpern der 38-Jährigen scheuerten beim Blinzeln über die Hornhaut.

Übertragen wird Trachom nicht nur durch Fliegen, sondern auch von Mensch zu Mensch, zum Beispiel wenn gemeinsam genutzte Handtücher oder ungewaschene Hände mit den Augen in Berührung kommen. Hygiene ist also zentral. Die CBM und ihre Partner arbeiten in Nordäthiopien daran, die Zahl der Trachom-Patienten zu reduzieren. Gesundheitshelferinnen und -helfer erklären, was Trachom verhindern kann: regelmäßig Hände und Gesicht waschen. Damit dafür sauberes Wasser vorhanden ist, wurden mehr als 700 Brunnen gegraben und Quellzugänge eingefasst.

Rechtzeitig entdeckt, helfen Antibiotika. Die Sehfähigkeit von Wondifraw konnte nur durch eine Lid-Operation gerettet werden. Durchgeführt wurde sie in einer von der CBM unterstützten Gesundheitsstation. Die dreifache Mutter ist dankbar und glücklich, dass ihr ein 30-Minuten-Eingriff Aussichten auf ein Leben ohne dauerhaften Schmerz schenkt.

CBM und DKVB kämpfen in den ärmsten Regionen der Welt gegen Trachom. Bei der Woche des Sehens klären sie unter dem Motto „Neue Einsichten – neue Aussichten“ über die Situation von Menschen mit Augenproblemen in Entwicklungsländern auf.

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