Nach vorne schauen – neue Wege zum Augenlicht

Tawa aus Simbabwe ist acht Jahre alt und ein intelligentes Mädchen. Doch in der Schule gibt es Probleme: Sie kann kaum lesen und schreiben. Tawa erkennt weder die Buchstaben an der Tafel, noch die Linien in ihrem Heft.

Auch ihrer Mutter ist bewusst, dass mit der Achtjährigen etwas nicht stimmt, doch sie ist hilflos – bis Tawas Lehrer sie darauf hinweist, dass ihre Tochter möglicherweise Katarakt – auch Grauer Star genannt – hat. Er empfiehlt der Mutter die 50 Kilometer entfernte Augenklinik in Harare, der Hauptstadt des Landes, die von der Christoffel-Blindenmission (CBM) unterstützt wird. Tawas Mutter spart Geld für das Busticket und lässt Tawa dort untersuchen. Die Augenärzte bestätigen: Sie hat Grauen Star und braucht schnell eine Operation. Denn Kindern mit angeborenem Grauen Star kann geholfen werden, solange sich ihr Gehirn und ihre Augen noch entwickeln. Den Eingriff erhält Tawa kostenlos. Jetzt kann sie in ihrem Leben nach vorne schauen.

Innovationen für bessere Gesundheitsversorgung

Für Tawa ging es gut, doch ihr Schicksal lag maßgeblich in den Händen eines einzelnen Menschen, ihrem Lehrer. Deshalb arbeiten die Hilfswerke an neuen Möglichkeiten, um in medizinisch unterversorgten Gebieten Hilfe zu leisten. In Simbabwe setzt die CBM seit diesem Jahr eine Smartphone-App an Schulen ein, mit der auch Nicht-Mediziner mögliche Sehschwächen feststellen können. Die App hilft ihnen Qualitätsstandards einzuhalten, viele Kinder in kurzer Zeit zu untersuchen und sie an entsprechende Fachstellen zu überweisen. Künftig soll so auch die Ferndiagnose eines Spezialisten möglich sein.

Innovationen, wie die App, bieten in Entwicklungsländern viele Möglichkeiten. „Nach vorne schauen – neue Wege zum Augenlicht“ heißt deshalb das Motto, unter dem das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) und die CBM in der Woche des Sehens aktiv sind. Gemeinsam informieren sie über Innovationen, um Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Beide Organisationen unterstützen in Entwicklungsländern unter anderem Augenkrankenhäuser, denn nach wie vor ist die augenmedizinische Versorgung dort häufig mangelhaft.

VISION 2020 – Das Recht auf Augenlicht

Weltweit sind 36 Millionen Menschen blind und 217 Millionen Menschen sehbehindert, obwohl mehr als 75 Prozent aller Erblindungen und Sehbehinderungen vermieden oder geheilt werden könnten. Das Ziel der globalen Initiative VISION 2020 lautet daher: Vermeidbare und behandelbare Blindheit überwinden.

Erfahren Sie hier mehr zur weltweiten Kampagne.

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