Mit anderen Augen – wie sehbehinderte und blinde Menschen die Welt erleben

„Sieh es doch mal aus meiner Sicht!“ In der Woche des Sehens 2018 möchten die Selbsthilfeorganisationen dazu einladen, die Welt mit den Augen blinder und sehbehinderter Menschen sehen. Das bedeutet nicht automatisch, andere Sinne als das Augenlicht zu benutzen, denn „blind“ ist nicht das Gleiche wie „sehbehindert“ und auch Sehbehinderung ist nicht gleich Sehbehinderung.

Blick auf das Gesicht einer Frau vor einer weißen Hauswand mit schwarzen Fenstern. Der Seheindruck mit Altersbahängiger Makula-Degeneration wird simuliert, die Bildmitte ist entsprechend unscharf und durch einen grauen Fleck bedeckt.
Der Seheindruck mit "Altersabhängiger Makula-Degeneration".
Bildnachweis: DBSV
Blick auf das Gesicht einer Frau vor einer weißen Hauswand. Der Seheindruck mit Retinitis Pigmentosa wird dargestellt. Nur das Gesicht der Frau ist in Form eines Tunnelblicks zu erkennen. Der Rest des Bildes ist weiß.
Der gleiche Blickwinkel mit dem Seheindruck "Retinitis Pigmentosa".
Bildnachweis: DBSV/hahnimages

Doch damit nicht genug – unterschiedliche Augenerkrankungen führen zudem zu ganz unterschiedlichen Problemen. Ein Mensch mit zentralem Gesichtsfeldausfall beispielsweise kann Bekannte nicht mehr erkennen und wird vielleicht für arrogant gehalten, weil er die Nachbarin nicht grüßt, oder gar für gefühllos, weil ihm die Mimik des Gegenübers verborgen bleibt. Ganz anders ist es für diejenigen, die an Retinitis Pigmentosa (RP) erkrankt sind. Hier ist bei vielen Betroffenen die zentrale Sehschärfe weiterhin vorhanden, aber das äußere Gesichtsfeld ist eingeschränkt. Somit kann man zwar dem Gegenüber ins Gesicht schauen, dafür übersieht man jedoch die ausgestreckte Hand oder ein Hindernis auf dem Boden. Genau diese Unterschiede sind es, welche die Woche des Sehens 2018 erlebbar machen möchte.

Zu diesem Zweck wird ein neuer Informationsfilm produziert. Simulationsbrillen sind die perfekte Ergänzung, denn sie machen die Symptome einer Augenkrankheit konkret erlebbar und verdeutlichen, wie selbst kleinste Alltagshandlungen zur riesigen Herausforderung werden können. So kann man die Welt wirklich mal aus der Sicht anderer sehen – wortwörtlich.

Logo des DBSV
Logo des DVBS
Logo der Pro Retina

Tag des weißen Stocks

Ein Mann mit Langstock folgt einem Abzweigefeld in Richtung eines Aufzugs
Der weiße Stock hilft blinden Menschen sich besser zu orientieren.
Bildnachweis: Woche des Sehens/Oliver Ziebe

1964 verabschiedete der US-Kongress eine Resolution, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day erklärte, übersetzt ungefähr: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbstständigkeit. Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der blinden Menschen.

Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens. Die Selbsthilfeorganisationen werden am diesjährigen Tag des weißen Stockes aktuelle Themen aufgreifen, um auf Möglichkeiten und Probleme blinder Menschen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Erfahren Sie hier mehr zum Tag des weißen Stocks.

Nicht so, sondern so

Bild der Broschüre Nicht so, sondern so

Kleiner Ratgeber für den Umgang mit blinden Menschen

Blinde und sehbehinderte Menschen freuen sich meist, wenn ihnen im Straßenverkehr, beim Einkaufen oder im Restaurant Hilfe angeboten wird - doch auch hier gilt: Ungefragt kann ein gutgemeintes Hilfsangebot leicht missverstanden werden! In der vom DBSV herausgegebenen Broschüre "Nicht so, sondern so!" sind praktische Tipps für den Umgang mit blinden und sehbehinderten Menschen zusammengestellt worden. Humorvolle Illustrationen ergänzen die Texte. Die Broschüre steht hier zum Download als barrierefreies PDF-Dokument zur Verfügung.

Nach oben

Partner der Aktion:
Logo der CBM
Logo des DBSV
Logo des BVA
Logo des DKVB
Logo der DOG
Logo des DVBS
Logo der Pro Retina Deutschland