Vorsorge

Was kann ich für die Augengesundheit tun? Und in welchen Fällen beziehungsweise in welchem Alter ist eine augenärztliche Untersuchung ratsam? Hier erfahren Sie mehr zu diesen Themen.

Kinderaugen schützen

Kinder, die schlecht sehen, können das oft nicht mitteilen, weil sie es selbst nicht erkennen – sie wissen nicht, wie es ist, gut zu sehen. Deshalb lautet der wichtigste Tipp, die Augen eines Kindes augenärztlich untersuchen zu lassen, damit Sehprobleme rechtzeitig erkannt werden. Lesen Sie mehr dazu im Abschnitt „Wann zum Augen­arzt – im Kindesalter“.

Aber was können Sie darüber hinaus den Augen Ihres Kindes Gutes tun?

Das einfachste Mittel, um eine Kurzsichtigkeit zu verhindern oder ihr Fortschreiten zumindest zu bremsen, ist der Aufenthalt bei Tageslicht im Freien – mindestens zwei Stunden täglich lautet die Empfehlung der augenärztlichen Fachgesellschaften. Durch diese einfache Maßnahme wird das Risiko, dass ein Kind kurzsichtig wird, halbiert.

Lesen, Hausaufgaben, Smartphone und Tablet sind nicht grundsätzlich schlecht für die Augen. Problematisch kann jedoch langandauernde Naharbeit sein – die Fachgesellschaften empfehlen regelmäßige Pausen. Nach mehr als 30 Minuten bei einem Leseabstand unter 30 cm sollte für etwa 10 Minuten in die Ferne geschaut werden.

Die Linse des menschlichen Auges ist in der Kindheit noch sehr klar. Das macht es UV-Strahlen leicht, fast ungefiltert ins Auge einzudringen und dort Schäden hervorzurufen. Kinder sollten deshalb nie direkt in die Sonne schauen. Bei starker Sonneneinstrahlung empfehlen Experten einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille.

Kinder sollten ihre Augen bei Aktivitäten mit erhöhtem Verletzungsrisiko schützen. Besonders relevant sind Sportarten und Spiele, bei denen Bälle, Stöcke, Werkzeuge oder andere Gegenstände mit hoher Geschwindigkeit ins Gesicht treffen können. Eine Sportbrille bietet dann einen erheblich besseren Schutz als die Alltagsbrille.

Wann zum Augenarzt – im Kindesalter

  • Kinder mit sichtbaren Auffälligkeiten der Augen sollten sofort augenärztlich untersucht werden. Dazu gehören Augenzittern, Hornhauttrübungen, grau-weißliche Pupillen, große lichtscheue Augen oder Hängelider. Ebenfalls nicht zögern sollte man bei auffälliger Tollpatschigkeit des Kindes oder falls man sich nicht sicher ist.
  • Mit sechs bis zwölf Monaten sollten Kinder augenärztlich untersucht werden, wenn das Risiko für Schielen, Fehlsichtigkeit oder für erbliche Augenerkrankungen erhöht ist. Das trifft beispielsweise zu bei Frühgeburten, Kindern mit Entwicklungsrückstand, Geschwistern oder Kindern von Schielern oder stark Fehlsichtigen, sowie bei Kindern aus Familien mit bekannten erblichen Augenerkrankungen.
  • Alle anderen Kinder sollten spätestens im Alter von 30 bis 42 Monaten erstmals einem Augenarzt beziehungsweise einer Augenärztin vorgestellt werden.

Gut sehen bis ins Alter

Der wichtigste Tipp auch für Erwachsene ist die augenärztliche Untersuchung, denn viele Augenkrankheiten führen bereits zu Schäden, bevor erste Symptome auftreten. Lesen Sie mehr dazu im Abschnitt „Wann zum Augen­arzt – im Erwachsenen­alter“.

Aber was kann ich darüber hinaus für den Erhalt der Augengesundheit tun, wenn es aufs Alter zugeht?

Das ist vermutlich die wichtigste Einzelmaßnahme, mit der man sein Risiko beeinflussen kann. Rauchen erhöht insbesondere das Risiko für die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD), aber auch für Glaukom und Gefäßverschlüsse. Ein Rauchstopp lohnt sich ausdrücklich in jedem Alter.

Die Fachgesellschaften empfehlen eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl und Nüssen und insgesamt möglichst wenig Lebensmitteln, die stark verarbeitet sind. Besonders grünes Blattgemüse liefert Lutein und Zeaxanthin. Eine mediterrane Ernährung kann das AMD-Risiko senken.

Körperliche Aktivitäten sind günstig für die Augengesundheit. Die Fachgesellschaften berichten in diesem Zusammenhang insbesondere über ein geringeres AMD-Risiko bei Menschen, die sich regelmäßig bewegen und zugleich gesund ernähren. Bewegung fördert zudem die Durchblutung.

Zu viel UV-Strahlung kann unter anderem die Entstehung eines Grauen Stars begünstigen. Eine geeignete Sonnenbrille bzw. ein Hut oder eine Schirmmütze schützen vor übermäßiger UV-Belastung. Laut Experten sollte der Augenschutz bei einem UV-Index ab 3 besonders beachtet werden.

Die augenärztlichen Fachgesellschaften empfehlen Nahrungsergänzung nur für ausgewählte Patientinnen und Patienten nach augenärztlicher Empfehlung. Der Nutzen dieser Präparate für gesunde Menschen zur Vorbeugung eines Sehverlusts ist nicht wissenschaftlich belegt.

Plötzlich auftretende Sehstörungen, gerade Linien, die verzerrt wirken, ein dunkler Fleck im zentralen Gesichtsfeld, der Eindruck, Lichtblitze oder „Rußflocken“ zu sehen – solche Symptome sollten zeitnah augenärztlich abgeklärt werden, statt auf den nächsten Routinetermin zu warten.

Wann zum Augenarzt – im Erwachsenenalter

  • Die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für einen Sehverlust im Alter. Die Fachgesellschaften empfehlen, sich ungefähr ab dem 55. Lebensjahr erstmals zur Früherkennung untersuchen zu lassen.
  • Das Glaukom („Grüner Star“) führt bereits zu Schäden, bevor die ersten Symptome auftreten. Die Fachgesellschaften empfehlen deshalb Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr, bei Risikofaktoren wie starker Kurzsichtigkeit und Glaukomfällen in der Familie auch früher.
  • Diabetes kann die Netzhautgefäße schädigen, ohne dass Betroffene zunächst etwas bemerken, man sprich dann von Diabetischer Netzhauterkrankung (Retinopathie). Die Fachgesellschaften empfehlen eine gute Blutzucker- und Blutdruckeinstellung und unabhängig vom Alter alle ein bis zwei Jahre eine augenärztliche Untersuchung.
  • Sind Risikofaktoren bekannt, sollte man augenärztlich abklären lassen, ab wann und wie oft Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind. Häufige Risikofaktoren sind Augenkrankheiten in der Familie, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auffällige Befunde bei früheren Untersuchungen.