So können Sie sehbehinderte und blinde Menschen in der Corona-Krise unterstützen

Wünsche und Tipps von Betroffenen

weiterlesen

Zum Download der Bilder für die redaktionelle Nutzung bitte direkt darauf klicken

Nach oben

Wer sehbehindert oder blind ist, steht seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor ganz neuen Problemen im Alltag. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat dazu eine Umfrage durchgeführt: Welche Unterstützung wünschen Sie sich in Corona-Zeiten von Ihren sehenden Mitmenschen? Mehr als 200 Betroffene haben daraufhin ihre Wünsche und Tipps eingesandt, die am häufigsten genannten hat der Verband unter www.dbsv.org/corona-tipps veröffentlicht. „Zwei Informationen nehme ich aus den Antworten mit“, sagt DBSV-Präsident Klaus Hahn. „Viele Menschen mit Seheinschränkung leiden ganz enorm unter der Situation – und oft wäre die Lösung verblüffend einfach.“

Eines der Themen wird für viele eine Überraschung sein: Es geht ums Busfahren. Wenn in Bussen der vordere Bereich abgesperrt ist, können sehbehinderte und blinde Menschen nicht mehr wie gewohnt beim Fahrer einsteigen, ihn fragen, auf welcher Linie er fährt, und sich dann auf die vorderen Plätze für schwerbehinderte Menschen setzen. Deshalb ist es hilfreich, wenn jemand anbietet, die an der Haltestelle ankommenden Buslinien anzusagen und bei der Suche nach Bustür und Sitzplatz als „Navi“ zu dienen.

Ein weiteres oft genanntes Problem sind „Corona-Schlangen“ mit Abstand zwischen den Wartenden – für viele sehbehinderte und blinde Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Sie würden sich freuen zu erfahren, dass es eine Schlange gibt, ob sie zur Post oder zum Bäcker führt, wo man das Ende der Schlange findet und wann man vorrücken soll.

Vielen Betroffenen macht es zu schaffen, dass im öffentlichen Raum seit Beginn der Kontaktbeschränkungen mehr geschwiegen wird als vorher. Dabei sind sehbehinderte und blinde Menschen in Zeiten des Abstandhaltens noch mehr als sonst darauf angewiesen, dass man mit ihnen spricht. „Ich sag Ihnen gern Bescheid, wenn Sie dran sind.“ „Einen Meter rechts von Ihnen ist ein Spender für Desinfektionsmittel.“ „Wenn Sie einen Schritt zurückgehen, stehen Sie hinter der Markierung.“ Ein Großteil der Befragten kann gar nicht genug von freundlichen Hinweisen dieser Art bekommen.

Bitte einfach Hilfe anbieten, bitte mehr Gelassenheit im Supermarkt, bitte Fußbodenmarkierungen mit mehr Kontrast … Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Die am häufigsten genannten Wünsche sehbehinderter und blinder Menschen in Corona-Zeiten finden Sie unter:

www.dbsv.org/corona-tipps

Angebote zu Corona-Themen für sehbehinderte und blinde Menschen

Der Corona-Ratgeber speziell für blinde und sehbehinderte Menschen – von den Tipps eines Virologen über Hinweise zur Ansteckungsgefahr beim Führen bis zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen:

Thematische und regionale Unterstützungsangebote zu Corona:

 

Pressekontakt:

Volker Lenk
E-Mail: presse@woche-des-sehens.de 
Tel.: 030 / 28 53 87-140 und 0163 / 486 30 34
Fax: 030 / 28 53 87-275

Nach oben

Partner der Aktion: