Gesichter der Woche des Sehens: DOG-Vertreterin Birgit Mele

Birgit Mele ist Projektleiterin Wissenschaft bei der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Mitglied der Koordinationsrunde der Woche des Sehens. Das Thema Amblyopie liegt ihr besonders am Herzen. Die Amblyopie ist eine Sehschwäche. Sie entsteht meist durch ein Schielen im Kindesalter. Störende Doppelbilder werden dabei vom kindlichen Gehirn einfach ausgeblendet. Mit verhängnisvollen Folgen: Das nicht benutzte Auge wird meist nach einiger Zeit sehschwach.

 

Was ist Ihre Aufgabe im Woche des Sehens-Team und seit wann sind Sie dabei?

Ich bin seit 2019 Delegierte der DOG in der Koordinationsrunde der Woche des Sehens.

Welches Erlebnis im Zusammenhang mit der Woche des Sehens ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Wie es so schön heißt, liegt es ja immer im Auge des Betrachters, wie man ein Problem wahrnimmt. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner lernt man dazu und nimmt auch immer wieder neue Perspektiven wahr.

Die Kampagne wird von mehreren Partnerorganisationen getragen. Welche Bedeutung hat die Netzwerkarbeit für die Zielsetzung der Woche des Sehens?

Wir können zusammen viel mehr erreichen – Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie Hilfswerke verfügen über ganz unterschiedliche Möglichkeiten, das Thema der Augengesundheit zu transportieren. Auch hat jede Gruppe ihren ganz speziellen Blickwinkel und ihre eigenen Netzwerke, die dann ideal für die Ziele der Woche des Sehens eintreten können.

Welches Thema rund um Augenerkrankungen und Blindheit liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

Die Amblyopie bei Kindern. Durch ein Screening bei den Kleinen lässt sich dieser Sehverlust vermeiden oder aufhalten, aber ab einem gewissen Alter ist es dann zu spät. Hier können Weichen gestellt werden, die das ganze weitere Leben immens beeinflussen.

Sie dürfen visionär werden: Was würden Sie sich für die Zukunft der Kampagne „Woche des Sehens“ wünschen?

Ich wünsche mir, dass das Sehen und sein Wert für die Menschen durch die Woche des Sehens noch mehr Thema in der breiten Öffentlichkeit wird. Dies würde auf der einen Seite Erkrankungen der Augen stärker auf die politischen Agenden setzen, auf der anderen Seite würde dies aber auch zu mehr Verständnis im Umgang mit Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit führen.

Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, damit sich die Lage von Augenpatientinnen und –patienten in Deutschland, aber auch weltweit, verbessert?

In Deutschland ist natürlich die Aufklärung über Erblindungsursachen eine sehr wichtige Aufgabe, der sich auch die Woche des Sehens widmet. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, müssten nach meiner Auffassung auch bestimmte Vorsorgeleistungen von den Krankenkassen finanziert werden. Weltweit gibt es immer noch viel zu viele Menschen, die an Augenkrankheiten leiden oder sogar erblinden, obwohl ihnen oft durch einfache Mittel geholfen werden könnte.

Birgit Mele schaut in die Kamera und lächelt auf dem Porträtbild. Sie hat kurze dunkle Haare, trägt eine große runde Drahtbrille und eine weiße Kapuzenjacke..

Birgit Mele vertritt in der Woche des Sehens einen Partner aus dem Bereich der Augenmedizin: die Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft (DOG). Bild: Mele privat

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