Gesichter der Woche des Sehens: DVBS-Vertreterin Petra Krines

Seit 2020 ist Petra Krines mit an Bord der Woche des Sehens. Sie ist Koordinatorin der Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS). Petra Krines wünscht sich eine noch stärkere Vernetzung von Augenmedizin und Selbsthilfeorganisationen: „Selbsthilfeorganisationen wie der DVBS vertreten die Interessen sehbeeinträchtigter Menschen. Sie ermöglichen den Austausch ihrer Mitglieder und unterstützen sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte.“

 

Was ist Ihre Aufgabe im Woche des Sehens-Team und seit wann sind Sie dabei?

Seit April 2020 bin ich Koordinatorin für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS). Damit begann auch meine Arbeit im Team der Woche des Sehens.
Gemeinsam planen wir die Themenschwerpunkte, die Kampagne und die Angebote der Aktionswoche. Im Team entscheiden wir, welche Veranstaltung im Rahmen der Woche des Sehens gefördert werden. Wir entwickeln Ideen für neues Schulmaterial und digitale Angebote wie die Spiele „Zug in Sicht“ und „Blind zum Bus“.

Welches Erlebnis im Zusammenhang mit der Woche des Sehens ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Mich beeindruckt, wie flexibel und schnell das Team der Woche des Sehens auf die Pandemiebedingungen reagiert und digitale Angebote entwickelt hat. Ohne die lösungsorientierte Arbeit der Projektkoordinatorinnen Caroline Barrera und Barbara Braun wäre die schnelle Umsetzung dieser Ideen aber nicht möglich gewesen.

Die Kampagne wird von mehreren Partnerorganisationen getragen. Welche Bedeutung hat die Netzwerkarbeit für die Zielsetzung der Woche des Sehens?

Die Aktionswoche lebt von den unterschiedlichen Schwerpunkten und Blickwinkeln der Partnerorganisationen. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der Selbsthilfe, der Augenmedizin und der Entwicklungszusammenarbeit ist außergewöhnlich, öffnet Horizonte und ist dynamisch. Durch das Bündnis mit seinen zentralen Botschaften erreichen wir mehr Menschen und eine größere Aufmerksamkeit für unsere Themen.

Welches Thema rund um Augenerkrankungen und Blindheit liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

Blinde und sehbehinderte Menschen haben ein Recht darauf gleichberechtigt und barrierefrei am politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Dabei ist mir besonders wichtig, dass seheingeschränkte Menschen gute Chancen im Beruf haben. Das fängt bei Schule, Ausbildung und Studium an und setzt sich fort mit Weiterbildungsangeboten und Unterstützung durch Arbeitsassistenz. Viel zu oft haben blinde und sehbehinderte Menschen mit vermeidbaren Barrieren zu kämpfen. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, auch bei Gesetz- und Arbeitgebern.

Sie dürfen visionär werden: Was würden Sie sich für die Zukunft der Kampagne „Woche des Sehens“ wünschen?

Mein erster Wunsch ist, dass bald wieder mehr reale Begegnungen von Mensch zu Mensch möglich sind. Nähe lässt sich eben nicht so einfach durch digitale Angebote ersetzen.
Spannend an der Pandemie ist, dass sie für einen Digitalisierungsschub sorgte. Schnell entwickelten wir im Verein neue Kommunikationsformen über Telefon-Chats und Videokonferenzen. Davon profitieren auch viele sehbeeinträchtigte Menschen, zumindest wenn die Tools und Inhalte barrierefrei programmiert sind. Und hier fängt meine Vision an: Ich hoffe, dass es uns gelingt, viele Menschen für diese Hürden zu sensibilisieren um diese zukünftig vermeiden und abbauen zu können. Ich wünsche mir eine Welt, in der die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen eine Selbstverständlichkeit ist.

Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, damit sich die Lage von Augenpatientinnen und -patienten in Deutschland, aber auch weltweit verbessert?

In erster Linie sollte der Zugang zu Augenärztinnen und -ärzten, zu Behandlung und Operationen gewährleistet sein. Zudem sollte weiter in die Forschung investiert werden. Wünschenswert wäre darüber hinaus die Vermittlung der Patientinnen und Patienten an Selbsthilfeorganisationen. Diese vertreten die Interessen sehbeeinträchtigter Menschen. Sie ermöglichen den Austausch ihrer Mitglieder und unterstützen sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Veranstaltungen wie die Woche des Sehens spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie sensibilisieren für die Belange sehbehinderter und blinder Menschen und leisten so einen Beitrag Barrieren abzuschaffen - ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: Neue Einsichten – Gemeinsam Barrieren überwinden!

 

Portraitbild einer Frau mit blonden langen Haaren. Sie trägt ein schwarzes T-Shirt und lächelt in die Kamera. Im Hintergrund sind Büroutensilien zu sehen.

Petra Krines vertritt in der Woche des Sehens den Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. Bild: DVBS/Krines

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