Gesichter der Woche des Sehens: Pressesprecherin Jeanette Prautzsch

Die Medizin-Journalistin Jeanette Prautzsch arbeitet als Vertreterin des Berufsverbands der Augenärzte e.V. (BVA) in der Koordinationsgruppe der Woche des Sehens mit. Besonders am Herzen liegt ihr die Aufklärung über die Möglichkeiten der modernen Augenheilkunde: „Als Journalistin beschäftige ich mich seit gut 20 Jahren intensiv mit dem Thema. Es ist faszinierend, die Fortschritte bei der Behandlung von Augenkrankheiten zu beobachten.“

Was ist Ihre Aufgabe im Woche des Sehens-Team und seit wann sind Sie dabei?

Seit 2007 unterstütze ich das Pressereferat des Berufsverbands der Augenärzte e.V. als Journalistin und arbeite als Vertreterin des BVA in der Koordinationsgruppe der Woche des Sehens mit.

Welches Erlebnis im Zusammenhang mit der Woche des Sehens ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Das war der Low Vision-Kongress in Essen, mit dem die Woche des Sehens 2011 begann und bei dem ich als weitgehend normal Sehende auf vielfältige Weise die ganz verschiedenen Auswirkungen von Sehbehinderung und die Bedeutung der Barrierefreiheit erlebte.

Die Kampagne wird von mehreren Partnerorganisationen getragen. Welche Bedeutung hat die Netzwerkarbeit für die Zielsetzung der Woche des Sehens?

Die Partnerorganisationen gehen ja von ganz unterschiedlichen Seiten an die Themen Sehen, Sehbehinderung und Blindheit heran. Augenärzten und -ärztinnen ist daran gelegen, Sehminderungen möglichst zu vermeiden. Selbsthilfeverbände wollen erreichen, dass Menschen mit Sehbehinderungen und blinde Menschen in ihrer Teilhabe an der Gesellschaft nicht behindert werden. Hilfswerke machen darauf aufmerksam, dass die augenmedizinische Versorgung in vielen Teilen der Welt noch sehr viel besser werden muss, damit Blindheit vermieden werden kann. Der kontinuierliche Austausch zwischen allen Gruppen in der Woche des Sehens hilft, die Bedeutung des Sehens in der Öffentlichkeit immer wieder zu betonen. Sie hilft auch, auf gesundheitspolitischer Ebene die gemeinsamen Anliegen wirksam zu vertreten.

Welches Thema rund um Augenerkrankungen und Blindheit liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?

Als Journalistin beschäftige ich mich seit gut 20 Jahren intensiv mit der Augenheilkunde. Es ist faszinierend die Fortschritte zu beobachten, die es in der Behandlung von Augenkrankheiten gab und gibt. Gleichzeitig ist es manchmal enttäuschend oder sogar erschreckend, wie wenig die Menschen über Augenkrankheiten wissen und über die Möglichkeiten, das Sehvermögen zu erhalten. Die Aufklärung über die Möglichkeiten der modernen Augenheilkunde liegt mir deshalb besonders am Herzen.

Sie dürfen visionär werden: Was würden Sie sich für die Zukunft der Kampagne „Woche des Sehens“ wünschen?

Eigentlich wünsche ich mir, dass diese Aktionswoche gar nicht mehr notwendig ist, weil den Menschen die Bedeutung guten Sehens bewusst ist – und weil sie sensibel im Umgang mit jenen Mitmenschen sind, die wenig oder gar nichts sehen.

Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, damit sich die Lage von Augenpatientinnen und –patienten in Deutschland, aber auch weltweit, verbessert?

In Deutschland und auch weltweit muss dafür eine flächendeckende augenmedizinische Versorgung sichergestellt werden. Dabei spielen in Deutschland vor allem die demographische Entwicklung und der medizinische Fortschritt eine Rolle. Die häufigsten Augenkrankheiten, die das Sehen bedrohen, treten im höheren Lebensalter auf. Darunter sind chronische Krankheiten wie die Altersbedingte Makula-Degeneration oder das Glaukom. Sie können heute behandelt werden, aber dafür ist eine kontinuierliche augenärztliche Betreuung notwendig. Deshalb gilt es, die augenmedizinische Versorgung dem wachsenden Bedarf anzupassen. Weltweit ist es eine noch viel größere Herausforderung, den betroffenen Menschen eine Behandlung ihrer Augenkrankheiten anzubieten. Hier spielt die Ausbildung von Augenärztinnen und Augenärzten eine wesentliche Rolle.

Portraitbild von Frau Prautzsch. Sie hat lange braune Haare und trägt einen grauen Blazer über einer hellroten Bluse. Frau Prautzsch blickt lächelnd in die Kamera.

Jeanette Prautzsch ist bei der Woche des Sehens Pressesprecherin für den Bereich Augenmedizin. Bild: @ Marlene Mondorf

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